Teichwasserläufer
Der Teichwasserläufer (Tringa stagnatilis) ist eine Art aus der Familie der Schnepfenvögel. Er ist ein Brutvogel in den Waldsteppen- und Steppenzonen sowie den südlichen Waldzonen von Osteuropa und dem Karpatenbecken Ungarns bis nach Zentralsibirien und kommt lokal auch in Ostasien vor. In Mitteleuropa ist er gelegentlich ein Gastvogel. Sehr selten brütet er im Osten Österreichs, Ungarn, der Slowakei und in Polen. Für Deutschland wurde eine erfolgreiche Brut erstmals 2012 nachgewiesen.
Der Teichwasserläufer erreicht eine Körperlänge von 22 bis 24 Zentimetern und hat einen auffallend schlanken, langen und geraden Schnabel und sehr lange, dürre gelbliche Beine. Er ähnelt in der Körpergröße dem Bruchwasserläufer, er ist jedoch deutlich langbeiniger und wirkt dadurch auf den Menschen eleganter.Im Prachtkleid hat der Teichwasserläufer eine cremefarbene oder rosagraue Körperoberseite, die markant braungrau und schwarz gefleckt ist. Auch die Brust ist dicht schwarz gefleckt, die Flanken dagegen tragen schwarze Winkelzeichen. Die Stirn, die Wangen und der Überaugenstreif sind weißlich mit einer undeutlichen und feinen Strichelung. Beim Schlichtkleid ist die Oberseite grau, die Unterseite weiß und der Kopf und der Hals weißlich. Jungvögel sind von den adulten Teichwasserläufer durch ihre braune Körperoberseite mit rahmfarbenen Flecken zu unterscheiden.Im Flug sind die dunklen Flügel, der lange weiße Rückenkeil und die überstehenden Beine zu sehen.Das Brutareal des Teichwasserläufer erstreckt sich von Bulgarien und Rumänien über die Ukraine und Krim bis nach Westsibirien und das Transbaikalgebiet. Vermutlich erstreckt sich das Verbreitungsgebiet bis zum Ussuri. Die Überwinterungsquartiere liegen in Afrika südlich der Sahara und in Südasien bis nach Vietnam, Indonesien und Australien. Westeurasische Brutvögel überwintern vereinzelt auch im Osten des Mittelmeerraums, im Süden Iraks und Irans sowie auf der arabischen Halbinsel. Die wichtigste Überwinterungsregion ist jedoch Ostafrika, wo der Teichwasserläufer einer der häufigsten Watvögel an den Seen des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist. International als Rastplatz bedeutsam sowie beispielsweise der Turkana-See und der Manyara-See in Kenia beziehungsweise Tansania sowie die Salzmarschen von Ulcinj in Montenegro. Im südlichen Afrika ist besonders das Okavangodelta bedeutsam. Als Irrgast wird der Teichwasserläufer auch in Madagaskar und auf den Seychellen beobachtet.Der Teichwasserläufer ist ein Langstreckenzieher, der in breiter Front zieht. Als wichtige Station der Zugroute gilt das Schwarze Meer, der Aralsee, die Kaspisregion und der Nahe Osten.Der Lebensraum des Teichwasserläufers sind offene Feuchtgebiete des Tieflands. Meist brütet er an Flüssen, Seen oder Teichen. Auf dem Zug und im Winterquartier hält er sich an sumpfigen Teich- und Seeufern auf sowie in Reisfeldern und gelegentlich auch in Bracklagunen und Salzpfannen. Er meidet gewöhnlich offene Küsten.




